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150 Jahre SPD – Jubiläumsfeier und Buchpräsentation der HSK-SPD

Im passenden Ambiente der Arnsberger Kulturschmiede feierte die HSK-SPD das 150jährige Jubiläum der Sozialdemokratie. Gleichzeitig wurde das Buch „Sauerländer heben die Sozialdemokratie mit aus der Taufe“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Über mangelndes Interesse konnten sich die Organisatoren nicht beschweren: Der Saal war rappelvoll, so dass nicht alle einen Sitzplatz fanden.

 

Der Unterbezirksvorsitzende und heimische Bundestagskandidat Dirk Wiese schilderte nach der Begrüßung, wie es zu dem Projekt gekommen war, anlässlich des Parteijubiläums die Geschichte der Partei im Sauerland aufzuschreiben. Er dankte allen Autoren und den sonst Beteiligten für ihr Engagement ganz herzlich. „Die SPD steht seit 150 Jahren für ihre Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Diese haben auch heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt. Mehr denn je zeigt sich auch heute, dass eine fortschrittliche Politik mit dem Fundament vom Streben nach sozialer Gerechtigkeit nur mit der SPD auch in Zukunft gelingen kann. Mehr Rot im Sauerland ist heute möglich.“ so Wiese.

 

Der Festredner, der frühere Bremer Bürgermeister Henning Scherf, erwies sich als alles andere als als hanseatisch zurückhaltend. Nicht am Rednerpult sondern direkt im Publikum stehend, lies er die Geschichte der SPD Revue passieren, die die Zuhörer in ihren Bann zog. Er spannte den Bogen von der französischen Revolution, über die Anfangsjahre der Sozialdemokratie, die Sozialistengesetze, die Spaltung in Folge des ersten Weltkrieges, Weimarer Republik, Nazizeit, Wiederaufbau, die Ära Willy Brandt bis heute. Immer wieder machte er auf Episoden aufmerksam, die ihn persönlich tief beeinflussten. Natürlich vergaß er auch die großen Namen der Gründerzeit nicht, aber man merkte doch, dass seine Sympathie den vielen kleinen Leuten gilt, die trotz der Not der Industrialisierung sich zusammenschlossen und die Partei aufbauten. Er schilderten den Zerfall der sozialistischen Internationale („dabei hatten die sozialistischen Parteien es sich doch in die Hand versprochen nicht aufeinander zu schießen“) und den Zerfall der Parteieinheit als eine wenig rühmliche Episode der Parteigeschichte. Er erwähnte die große Leistung von Friedrich Ebert bei der Gründung der Weimarer Republik, er wies auf die mutige Rede von Otto Wels anlässlich der Ablehnung des Ermächtigungsgesetz und die Leiden der politisch Verfolgten während der Diktatur hin. Er schilderte den Wiederaufbau nach den Zerstörungen des zweiten Weltkriegs als eine Tat vieler kleiner Leute, nicht zuletzt Sozialdemokraten, die gemeinsam anpackten. Der tiefen Enttäuschung als nicht Kurt Schumacher sondern Konrad Adenauer Bundeskanzler wurde, folgte die Schilderung des Aufbruchs zur Zeit von Willy Brandt mit dem Ausblick auf die Entwicklung bis heute. Gerade in politisch schwierigen Zeiten und jenseits des politischen Tagesgeschäfts ist es gut und wichtig von charismatischen Rednern wie Henning Scherf daran erinnert zu werden, wofür die SPD in ihrem Kern steht und was sich hinter den Grundwerten Freiheit, Gleichheit und Solidarität verbirgt.

 

Jochen Westermann, einer der Mitinitiatoren des neuen Buches zur HSK-SPD, lieferte im Grunde das Konstrastprogramm zur großstädtischen Perspektive von Henning Scherf. Nach der Schilderung der Leistungen der beiden aus dem Sauerland stammenden Gründerväter Wilhelm Hasenclever und Carl Wilhelm Tölcke machte er deutlich, wie schwer es die SPD hatte, im katholischen und stark ländlich geprägten Sauerland Fuß zu fassen. Er würdigte am Ende die prägende Rolle von Franz Müntefering für die Entwicklung der Partei in den letzten Jahrzehnten und seine stets enge Verbindung zum Sauerland. Zum Schluss rief er Dirk Wiese, Karl-Arnold Reinartz und Jens Hahnwald auf die Bühne, um sich für die gemeinsame Arbeit im Redaktionsteam zu bedanken.

 

Franz Müntefering hatte die Aufgabe einen Ausblick zu geben. Ganz ohne anekdotische Rückblicke ging dies freilich auch nicht ab. Große Heiterkeit lösten seine Schilderungen der durch Schnaps und Bier befeuerten politischen Diskussion in der Großfamilie Müntefering nach dem Krieg aus, als darüber debattierte wurde, ob man Zentrum oder CDU wählen sollte. Die SPD trat erst ganz allmählich in den Gesichtskreis der Familie. Er zeigte sich etwas verlegen, als er sich als dritten Kopf neben Hasenclever und Tölcke auf dem Titel des neuen Buches wiederfand und machte deutlich, dass nicht die herausgehobene Einzelperson sondern die vielen Genossinnen und Genossen überall im Sauerland die Basis der Partei ist.

 

Für den gastgebenden Ortsverein Arnsberg hielt E. Felix Werker das Schlusswort und berichtete kurz von den Eindrücken von der offiziellen Jubiläumsfeier in Leipzig. Henning Scherf, der auch Präisdent des deutschen Chorverbandes ist, animierte zum Schluss zum gemeinsamen Singen des Traditionsliedes „Wenn wir schreiten Seit an Seit…“ Auch wenn die Darbietung sicher nicht zu den Höhepunkten der Chorkunst zu zählen ist, wurde dies durch den Enthusiasmus der Mitsinger aufgewogen.

 

Das Buch „Sauerländer heben die Sozialdemokratie mit aus der Taufe“ gibt es für 12 € im Büro der Sauerländer SPD in Meschede. Infos unter 0291/ 99670 oder via E.Mail an hochsauerlandkreis@spd.de. Weitere Informationen auch unter www.dirkwiese.de und auf www.hsk-spd.de.