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Chancen für Jugendliche im SGB II-Bezug eröffnen

Die SPD-Ratsfraktion beantragt, dass die Stadt Arnsberg mit den kommunalen Tochterunternehmen zusammen mit anderen Akteuren wie der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer ein Angebot zur Ausbildungsvorbereitung für Jugendliche und Heranwachsende, die Leistungen nach dem SGB II erhalten, entwickelt. Dabei müsste die Finanzierung durch den Hochsauerlandkreis als Optionskommune (Job-Center) erfolgen.

Trotz boomenden Konjunktur und einem großen Angebot an Ausbildungsplätzen bleiben gerade schulisch wenig erfolgreiche Jugendliche und junger Erwachsene ohne berufliche, schulische oder berufsvorbereitenden Qualifizierung. Umgekehrt sind Arbeitgeber im handwerklichen und gewerblichen Bereich auf der Suche nach Fachkräften. Teilweise können aus Mangel an geeigneten Bewerbern Ausbildungsplätze nicht besetzt werden.

Nach Auskunft des städtischen Job-Centers werden von dort ca. 780 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren betreut. Davon haben 720 (noch) keine Berufsausbildung. Etwa 340 dieser Jugendlichen und Heranwachsenden besuchen derzeit eine Schule und weitere 80 befinden sich in einer Berufsausbildung. Andere besuchen ein Berufsförderungszentrum oder eine ähnliche berufsvorbereitende Einrichtung unterschiedlicher Träger. Es bleiben nach den Erfahrungen der letzten Jahren eine Reihe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen übrig, die keine dieser Möglichkeiten nutzen. Diese Lücke gilt es zu schließen.

Seit mehreren Jahren gibt es an mehreren Standorten der RWE das Projekt „Ich pack das“. In dem Projekt werden Einstiegsqualifikationen mit Anforderungen einer gewerblich-technischen Berufsausbildung angeboten. Geschulte Ausbilder fördern in knapp 1 Jahr hauptsächlich technisches Verständnis und handwerkliche Fähigkeiten im Metall- und Elektrobereich. Auch der Besuch der Berufsschule, ein Bewerbungstraining und mindestens ein mehrwöchiges Betriebspraktikum bei Unternehmen sind Bestandteile dieses erfolgreich praktizierten Modells. Das Projekt ist für Jugendliche und junge Erwachsene gedacht, die trotz Hauptschulabschluss aus verschiedenen Gründen keinen Ausbildungsplatz finden. In dem Projekt bilden jeweils 6 Teilnehmer ein Team, das von einem erfahrenen Ausbilder begleitet wird. Ziel des Projektes ist es, Jugendliche und junge Erwachsene für eine Berufsausbildung vorzubereiten. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Programm „Ich pack das“ haben eine Erfolgsquote von über 75%.

Im Verantwortungsbereich der Stadt Arnsberg bietet es sich an, derartige Maßnahmen zur Ausbildungsvorbereitung dort anzusiedeln, wo es auf technische Fähigkeiten und handwerkliches Geschickt etwa bei den technischen Diensten oder bei den Stadtwerken ankommt.

Mit Blick auf die Haushaltssituation ist es nötig, dass das Jobcenter die Kosten dafür übernimmt.

Die Heranführung an den Ausbildungsmarkt ist natürlich primär für die Betroffenen selbst zur Entwicklung einer Lebensperspektive von zentraler Bedeutung. Aber auch die Stadt Arnsberg muss mit Blick auf die Nachfrage nach Arbeitskräften ein Interesse daran haben, dass möglichst viele junge Leute zumindest durch eine Mindestqualifikation an den Arbeitsmarkt heran geführt werden. Über ein entsprechendes Angebot sind die Betroffenen umfassend zu informieren.