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„Durch Kooperation und Vernetzung zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Arnsberg!“

Diskussionsveranstaltung mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Wirtschaftsförderung auf Einladung der Arnsberger SPD.

 

In den Räumen der TRILUX-Akademie diskutierte eine hochkarätig besetzte Runde aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Wirtschaftsförderung über Strategien den Wirtschaftsstandort Arnsberg weiter voran zu bringen.

 

Die Moderation der Veranstaltung lag in den Händen des Bürgermeisterkandidaten Ralf Paul Bittner. Dieser wies in seinem Begrüßungsstatement auf die Stärke des Wirtschaftsstandortes Arnsberg hin, machte aber auch deutlich, dass die Herausforderungen immens sind. Die heimische Leuchtenindustrie musste sich in ihrer Geschichte immer wieder neu erfinden. An diesem Punkt sind wir heute im Zeichen von demografischen Wandel, Digitalisierung und Industrie 4.0 wieder. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Unternehmen, die sich mit dem Erreichten zufrieden geben, keine Zukunft haben. Nur wer neue Entwicklungen annimmt, wie das die Firma TRILUX beispielhaft tut, hat eine Chance. Ein Weg die Risiken zu verkleinern, ist die Vernetzung und Kooperation innerhalb einer Branche aber auch zwischen Regionen. Die Partner bringen, zum beiderseitigen Nutzen, ihre jeweiligen Stärken ein, ohne ihre Eigenständigkeit aufzugeben. Die heimische Leuchtenindustrie hat die Vorteile der Vernetzung mit der Gründung des Lichtforums NRW seit längerem erkannt. Ich könnte mir vorstellen einen Schritt weiter zu gehen und in einem Lichtcluster NRW alle Teile der Wertschöpfungskette mit einzubeziehen,“ so Bittner.

 

Johannes Huxol, Mitglied im Vorstand der TRILUX-Gruppe, machte aus seiner Sicht die immensen Herausforderungen aber auch Chancen deutlich, vor der die Lichtbranche steht. Der Standort Arnsberg ist ganz hervorragend, dabei spielt die regionale Verknüpfung mit der Wissenschaftsregion des Ruhrgebiet aber auch mit dem rheinischen Raum eine wichtige Rolle. Huxol hat von Anfang an die Entwicklung des Lichtforums mit gestaltet. Nach schwierigen Anfängen hat dieses sich zu einer Erfolgsmodell entwickelt. Es ist ein Netzwerk zum gegenseitigen Austausch und vor allem zur Qualifizierung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstanden.

 

Dirk Wiese MdB und parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium bestätigte die Leistungsfähigkeit des heimischen produzierenden Gewerbes. Eine überdurchschnittliche Wertschöpfung und niedrige Arbeitslosenzahlen sprechen für sich. Aber gerade für stark exportabhängige Branchen sind die Risiken beträchtlich. Wiese sprach eine Studie von Jörg Bogumil an. Darin plädiert dieser für die Vernetzung der südwestfälischen mittelständischen Industrie mit den Hochschulen im Ruhrgebiet. Mit der Gründung von Mittelstadtkompetenzzentren in Dortmund und Siegen unterstützt die Politik den Wissenstransfer. Allerdings sollten wir uns in Südwestfalen bald auf den Weg machen, da es in anderen Regionen ähnliche Bestrebungen gibt. „Für die Bildung von Clustern gibt es im Übrigen Fördermittel von Bund und Land. Die Initiative die Ralf Paul Bittner angestoßen hat, findet daher meine volle Unterstützung,“ so Wiese.

 

Nach den Eingangsstatements wurde die Frage nach Kooperation und Vernetzung in einer Podiumsdiskussion weiter vertieft. Thomas Westphal Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund verwies auf die bereits bestehenden Kontakte zwischen den lokalen Hochschulen und Unternehmen in Südwestfalen. Neben dem Mittelstandkompetenzzentren wird die Stadt selbst mit eigenen Initiativen den Prozess noch intensivieren. Aus gewerkschaftlicher Sicht brachte der Geschäftsführer der IG Metall Geschäftsstelle Neheim Wolfgang Werth noch einen anderen Blickwinkel in die Diskussion rein. Unternehmen in denen der Interessenausgleich zwischen Unternehmensleitung und Betriebsräten auf Augenhöhe erfolgt, sind in der Regel erfolgreichen, als solche wo dies nicht passiert. Ohne die eigenen Interessen aufzugeben, ist Kooperation so gesehen ein Erfolgsmodell.

 

Von verschiedener Seite angesprochen wurde die Tatsache, dass größere Unternehmen, wie TRILUX, Digitalisierungsstrategien beispielsweise eigenständig entwickeln können. Bereits etwas kleinere Betriebe sind dazu kaum in der Lage. Noch mehr gilt dies für das Handwerk. Internetbasierte Steuerungstechnik ist eine Veränderung auf denen die Betriebe kaum eingestellt sind. An dieser Stelle kann eine Clusterbildung von der Wissenschaft, über das produzierende Gewerbe bis hin zu Handel und Handwerk sehr hilfreich sein. Ebenfalls von verschiedener Seite angesprochen war die Notwendigkeit die ganz reale Vernetzung der Regionen durch leistungsfähigere Verkehrsverbindungen und damit den Austausch von Arbeitskräften zu erleichtern.

 

„Ich denke ein Fazit der Veranstaltung ist, dass ein Kirchturmdenken in der digitalen Welt weder für Unternehmen noch für Kommunen eine zukunftsträchtige Strategie ist. Vernetzung und Austausch auf Augenhöhe dagegen, sind Wege Herausforderungen zu begegnen. Ich denke, alle Teilnehmer waren sich einig, dass man den mit der Veranstaltung eingeschlagenen Weg weitergehen muss,“ so Ralf Paul Bittner abschließend. Konkret wurde mit Thomas Westphal bereits ein weiterer Termin und ständiger Austausch abgesprochen.