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Fahrplanänderungen für Niedereimer nicht kundenfreundlich!

Die von der RLG in der Pressemitteilung vom 23.05.2016 als kundenfreundlich propagierte Fahrplanänderung erweist sich zumindest für die Fahrgäste aus Niedereimer als ein Riesenflop. Denn die bisherige Streckenführung über die Niedereimerstraße und den Stephanusweg entfällt komplett. Das bedeutet für die Bürger aus dem alten Dorf in den frühen Morgenstunden und an drei Nachmittagen in der Woche, Montag, Mittwoch und Freitag, dass sie dort nicht mehr in den Bus einsteigen können, sondern bis zur Friedrichshöhe laufen müssen. Denn der Bürgerbus erreicht diesen Bereich vormittags erst gegen 10.00 Uhr, bietet also potentiellen Nutzern des ÖPNV, die früher fahren wollen, keine echte Alternative.

 

Arnsberg erarbeitet z. Zt. einen Masterplan Mobilität 2030 als Klimaschutz-Teilkonzept. Diesem Masterplan liegt ein Leitbild zugrunde, das den Orientierungsrahmen für den gesamten Bearbeitungsprozess darstellt. Eine Ebene dieses Leitbildes sind die Werteziele. Darin geht es u. a. darum, allen Menschen gleiche Mobilitätschancen zu ermöglichen. Dabei wird Mobilität als grundsätzliche Voraussetzung für die soziale Teilhabe angesehen. Ein zentrales Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr zu verringern. Dabei spielt der ÖPNV eine wichtige Rolle.

 

Es stellt sich nun die Frage, wie sich die für Niedereimer geplante Änderung der Streckenführung mit dieser Zielsetzung vereinbaren lässt. Wie sollen Menschen, die auf den ÖPNV angewiesen sind, oder solche, die aus Umweltschutzgründen diesen nutzen wollen, dazu ermuntert werden, den Bus zu nehmen, wenn die Anbindung so schlecht ist? Am ersten Tag der Fahrplanänderung konnte man hautnah miterleben, wie sinnvoll diese Änderung für die Menschen in Niedereimer tatsächlich ist: in den frühen Morgenstunden warteten mehrere Schülerinnen und Schüler und auch einige ältere Mitbürger auf ihren Bus zur Schule oder zum Einkaufen. Es scheint der RLG also nicht gelungen zu sein, die Änderungen im Fahrplan rechtzeitig den Betroffenen mitzuteilen. Eine Ankündigung in der Presse zwei Tage vorher ist in unseren Augen sicherlich nicht der richtige Weg und alles andere als kundenfreundlich.

 

Die SPD-Mitglieder des Bezirksausschusses Niedereimer/ Breitenbruch fordern daher die RLG auf, den Bus weiter über die Niedereimerstraße zu führen, und stattdessen die Fahrt über die Sauerlandstraße einzustellen. Zumal dort der Bus nur im Bereich des Autohauses hält. Dieser Haltepunkt könnte auch auf die Straße Kappenohl verlegt werden, eine wesentlich längere Strecke gegenüber der jetzigen Haltestelle würde sich für die Fahrgäste, die diese nutzen, nicht ergeben.

 

Sollte es bei der neuen Linienführung bleiben, scheint es in Niedereimer schlecht bestellt um eine Reduzierung des Individualverkehrs zugunsten der öffentlichen Verkehrsmittel.

 

Es wäre wünschenswert, dass hier entsprechend unseren Forderungen nachgebessert wird, um auch den Bürgern des alten Dorfes eine praktikable Nutzung des ÖPNV zu ermöglichen.

 

Dorothee Brunsing-Aßmann

Friedel Sölken

Thomas Bause

SPD- Mitglieder im Bezirksausschuss Niedereimer/ Breitenbruch