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„Kompromisse mit Nazis darf es nie mehr geben!“ – HSK-SPD gedachte dem 80. Jahrestag der Zerschlagung der Gewerkschaften

Neheim. Vor 80 Jahren haben die Nazis die freien Gewerkschaften überall in Deutschland und auch hier bei uns im Sauerland gewaltsam zerschlagen. Die HSK-SPD hat dem Ereignis mit einer Gedenkveranstaltung am Neheimer Mark gedacht. Der Unterbezirksvorsitzende und heimische Bundestagskandidat Dirk Wiese begrüßte die Anwesenden mit dem Zitat: „Erinnerungen an das Böse schaffen Grundlagen im Kampf für das Gute.“

 

Wolfgang Zeh, Kreisvorsitzender des DGB im HSK, hielt die Gedenkrede. Er schilderte, wie die Gewerkschaften nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft aus Sorge vor einem Verbot versuchten, sich dem Regime anzupassen. Er zitierte den Vorsitzenden der freien Gewerkschaften Theodor Leipart „Organisation nicht Demonstration ist das Gebot der Stunde.“ Nachdem die Nazis den 1. Mai 1933 als „Tag der nationalen Arbeit“ für sich vereinnahmt hatten, kam für die Gewerkschaften am Morgen des 2. Mai überall im Reich und auch im Sauerland das böse Erwachsen. Das Büro des Deutschen Metallarbeiterverbandes in Neheim wurde von SA und SS besetzt. Der Gewerkschaftssekretär Karl Fromme kam an diesem Tag sogar ums Leben. Unklar ist, ob er von den Nazis ermordet wurde oder ob er aus Verzweiflung Selbstmord beging.

 

Aber auch die im Sauerland dominierenden christlichen Gewerkschaften blieben nicht unbehelligt. Eine große Delegation des Neheim-Hüstener Christlichen Metallarbeiterverband war am 2. Mai 1933 zur Beisetzung des verstorbenen Verbandsvorsitzenden Franz Wieber nach Duisburg gefahren. Nach ihrer Rückkehr fanden sie das Gewerkschaftshaus von der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation besetzt vor. Ähnliches wird auch in anderen Orten des Sauerlandes geschehen sein.

 

Für zwölf Jahre gab es keine freie Arbeiterbewegung mehr in Deutschland. Viele Gewerkschafter aller Richtungen, Sozialdemokraten und andere Gegner des Regimes – auch aus dem Sauerland – wurden verfolgt und umgebracht.

 

Die zersplitterten Gewerkschaften der Weimarer Republik haben viel Energie darauf verwandt sich gegenseitig zu bekämpfen. Zeh zitierte die letzten Worte von Wilhelm Leuschner vor seiner Hinrichtung 1944. „Morgen werde ich gehenkt – schafft die Einheitsgewerkschaft!“  Die Erfahrung der Zerschlagung und Verfolgung haben nach 1945 zur Bildung des DGB als Einheitsgewerkschaft geführt. Nur sie ist in der Lage notfalls die demokratische Grundordnung zu verteidigen. Die Einheitsgewerkschaft gilt es daher auch in Zukunft zu verteidigen, wie Zeh betonte.

Die zentrale Lehre aus den Ereignissen des 2. Mai 1933 und der Wochen vorher muss sein, dass es kein Zurückweichen vor (neo-) nazistischen Umtrieben mehr geben darf, so Zeh. Wie aktuell das Thema ist, zeigt der bevorstehende NSU-Prozess. Aus Gewerkschaftssicht bekräftigte er die Forderung nach einem Verbot der NPD.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung gedachten die Teilnehmer in einer Schweigeminute allen Opfern der nationalsozialistischen Diktatur.