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Trauungen in der Küche und Fabrik im Burgmannshaus

Neheim. Bei der Stadtführung im Rahmen der SPD-Sommertour durchs Neheimer Strohdorf, gab es viel Neues und teilweise überraschendes zu erfahren. Die Stadtführerin Monika Nückel begann die Tour im Fresekenhof. Dort gab es unter anderem das Trauzimmer in der ehemaligen Küche des Adelshauses zu sehen. Vorbei an den ältesten Fachwerkgebäuden Neheims ging es in die ehemalige Synagoge. Von dort zog die Gruppe über den Gransauplatz zur evangelischen Kirche. Überraschend der Davidstern als Gewölbeschlussstein. Er erinnert daran, dass die jüdische Gemeinde die evangelische Gemeinde beim Kirchenbau unterstützt hatte. Dies ist ein schönes Beispiel und Vorbild für das tolerante Miteinander in der Stadt. Danach ging es entlang der Burgstraße zum Neheimer Markt. Ein Halt wurde beim Drostenhof gemacht. Ehemals Sitz des kurfürstlichen Amtsdrosten hatte das Haus danach eine wechselvolle Geschichte. Es diente nicht nur als Adelssitz. Im 19. Jahrhundert wurde es zur Keimzelle der Neheimer Industrie als Noa Wolff dort seine erste Fabrik eröffnete. Später war es unter anderem Dokumentations- und Kulturzentrum der Litauendeutschen. Leider ist der Bau heute nicht in einem guten Zustand und es wäre schade, wenn er weiter verfiele. Damit ist das Haus allerdings eine Ausnahme. Überall im Strohdorf wurden und werden alte Häuser mit viel Liebe zum Detail restauriert. Dies war nicht immer so, wie Werner Frin als langjähriges Ratsmitglied, vor den Häusern Beste und Risse am Markt zu berichten wusste. „Es ist nicht zuletzt einigen beharrlichen Kommunalpolitikern zu verdanken, dass die Häuser nicht abgerissen wurden und stattdessen Haus Risse in die Fassade des Einkaufszentrums integriert wurde.“ Die alte Kastanie vor dem Haus Beste übrigens, sollte schon vor dreißig Jahren wegen Krankheit gefällt werden, sie steht noch immer. Die Innenstadtsanierung der 1980er Jahre, an der nicht zuletzt auch sozialdemokratische Kommunalpolitiker beteiligt waren, hat sich als nachhaltiger Vorteil für Neheim erwiesen. Daran konnten dann private Initiativen – man denke nur an den Erwerb der alten Synagoge durch den Jägerverein – anknüpfen und Neues und Altes miteinander verbinden, so der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Gerd Stüttgen