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Was wird aus den Dörfern? – Erweiterung der kommunalen Strategieziele im Haushaltsplanentwurf 2014/15

Der demografische Wandel findet statt und bleibt uns erhalten. Diese Veränderungen treffen erkennbar auch die Dörfer. Deshalb muss die Frage gestellt werden: „Was wird aus den Dörfern?“

 

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Arnsberg beantragt daher die Formulierung und Installation des strategischen Ziels: „Die Zukunft unserer Dörfer gestalten und entwickeln.“ Die im Haushaltsentwurf unter der Überschrift „Strategische Steuerung in den Haushaltsjahren 2014/2015“ genannten Handlungsfelder sind um dieses Ziel entsprechend zu erweiten.

 

Hierzu soll ein Masterplan für unsere Dörfer, in ihren jeweils unterschiedlichen Strukturen, erstellt werden. Es bedarf zunächst eines strategischen Entwicklungskonzepts sowie einer Stärken- und Schwächenanalyse. Wichtige Einzelaufgaben sind die Erfassung der Situation und der mittelfristigen Entwicklungstrends hinsichtlich der Sozial- und Altersstruktur der Bevölkerung sowie der Gebäudenutzung, die Analyse der Flächen- und Gebäudepotenziale sowie der strukturellen Leerstandspotenziale. Dazu gehört auch die Abschätzung der Möglichkeiten einer eventuellen funktionalen Anreicherung im Ortskern.

 

Neben den Familien und der Jugend gehört natürlich das Altern auch ins Dorf – also lebenslange Grundeinrichtungen in einer veränderten Lebenswelt. Das kommunalpolitische Selbstbewusstsein und das Engagement (das vorhandene starke „soziale Kapital“ eines Dorfes) für die soziale Gemeinschaft des Dorfes ist zu stärken. „Hilfe der Stadt zur Selbsthilfe“ bedeutet die Stärkung der Selbstorganisation der Bürger bei eigenständiger Entwicklung.

 

Für die Prozessinitiierung und Begleitung sollen die vom Land, der EU und insbesondere der Bezirksregierung Arnsberg speziell zur Verfügung gestellte Fördermittel genutzt werden. Die Verwaltung soll als Ansprechpartner einen „Dorfmanager“ bestimmen.

 

Die erstellten Grundlagen können dann auch jeweils in den von den angemeldeten Dörfern zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einfließen. Nur auf diesen Grundlagen können die Dörfer seriös und strukturiert an das für sie so wichtige Thema ihrer Zukunft herangehen und entsprechend im Wettbewerb präsentieren.

 

Die SPD-Fraktion fordert als Beginn einen Start-Workshop für die Bezirksausschussvorsitzenden und deren Stellvertreter um die Zukunft der Dörfer bewusst und mit Zielen ausgestattet anzugehen.

 

Des Weiteren halten wir es für besonders wichtig die Jugend in den Dörfern in den Prozess gezielt einzubinden, da die Zukunftsgestaltung in erheblichem Maße für die eigene Zielformulierung der heutigen Jugend ausschlaggebend ist. Dazu verweisen wir auf den gesonderten Antrag.

 

Je nach Verlauf des beschriebenen Prozesses, muss in künftigen Haushalten eine entsprechende Umsteuerung der Haushaltsmittel erfolgen