Jens Hahnwald
Jens Hahnwald

Wie Arnsberg Schritt für Schritt vor Ort nachhaltiger werden kann

Nachhaltigkeit ist mehr als Klimaschutz

Nachhaltigkeit ist mehr als Klimaschutz. Es geht vielmehr darum in allen Aspekten unseres täglichen Lebens darauf zu achten, dass wir so leben, dass auch unseren Kindern und Enkelkindern eine intakte Welt überlassen. Mit weniger Armut und Hunger, mit intakten Städten und ländlichen Ökosystemen und auch mehr Gerechtigkeit in Gesellschaft und am Arbeitsplatz. Die Vereinten Nationen haben diese Bemühungen in den „17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung“ zusammengefasst. 

Viele werden sich fragen „Und was hat das jetzt alles mit Arnsberg und mir selbst zu tun?“. Die Frage ist durchaus berechtigt, denn viele der Ziele klingen erst einmal nach etwas sehr großem oder globalem. Ich bin allerdings der Überzeugung, dass viele der Ziele bei jedem von uns und hier vor Ort anfangen. Wenn es nicht in der Kommune passiert, wird es im Land und auch weltweit nicht passieren. Deswegen ist kommunales Engagement so wichtig!

Was die Stadt schon tut

Arnsberg tut schon viel für die Nachhaltigkeit. Die im Jahre 2018 beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt gibt den Rahmen vor. Sie trägt dazu bei, Verwaltung und Politik dazu anzuhalten, bei Entscheidungen und Projekten deren Auswirkungen auf zukünftige Generationen immer besonders zu beachten. Dabei ist es wichtig auch immer die ganze Stadt im Blick zu haben.

Arnsberg ohne Wald ist nicht Arnsberg!

Wer in Arnsberg nur ein paar Meter vor die Tür geht steht oft schon am Rand des Arnsberger Waldes. In den letzten Monaten hat dieser aber sein Gesicht sehr verändert. Der Borkenkäfer hat bereits einen großen Teil der Fichten im Stadtwald angegriffen und so geschädigt, dass sie nur noch gefällt werden konnten. Bereits vor einiger Zeit bin ich mit einigen Kollegen gemeinsam mit der Stadtförsterin Frau Trompeter im Wald hinter dem Friedhof im Rumbecker Holz gewesen, um von ihr die Gründe und Auswirkungen des Baumsterbens zu erfahren. 

Arnsberg nennt sich oft stolz die Stadt des Waldes! Das stimmt auch: Über 62% der Fläche wird von Wald bedeckt. Unser Wald prägt nicht nur die Landschaft maßgeblich mit, sondern ist auch Kraft und Erholungsort für unsere Bürgerinnen und Bürger und Gäste aus nah und fern. Der Wald ist ein entscheidender Faktor für das Klima. Nicht zuletzt ist er ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Letzteres gilt für große und kleine private Waldbesitzer aber auch für die Stadt. Der Arnsberger Stadtwald umfasst immerhin 2.285 ha. In normalen Zeiten wirft der Wald nicht unbedeutende Einnahmen ab.

Konkrete Auswirkungen für Arnsberg

Aber wie lange bleibt das noch so, wenn wir nichts unternehmen? Die Fichte als „Brotbaum“ des Sauerlandes ist bald nur noch Geschichte. Zwar besteht nur ein kleiner Teil der Arnsberger Wälder aus Fichtenbeständen, dennoch bedeuten die Schäden für viele Waldbesitzer auch wirtschaftlich eine Katastrophe. Durch den Sturm Friderike und durch das Fällen mit Borkenkäfern befallener Bäume sinken die Preise deutlich. Gleichzeitig entstehen durch die Aufforstung neue Kosten. 

Was können wir hier in Arnsberg dagegen tun?

Die Mammutaufgabe der Aufforstung ist eine der Aufgaben, die auf die Kommune entfällt, obwohl die Ursache nur zu einem äußerst kleinen Teil direkt aus der Kommune kommt. So trifft das auf viele Auswirkungen des Klimawandels zu. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass auch die Einflussmöglichkeiten der Kommune auf globale Klimaphänomen eher begrenzt sind. Daher kommt es darauf an, sich auf die Themen zu konzentrieren, die wir hier vor Ort beeinflussen können. Die renaturierte Ruhr ist ein Beispiel dafür. Wir werten das Ökosystem im und um den Fluss auf und bekommen gleichzeitig an vielen Stellen durch die Freiflächen einen besseren Hochwasserschutz. 

Ein nachhaltigeres Leben…

Es sind tatsächlich viele der kleinen Dinge des Lebens die schon einen Unterschied ausmachen. Das kann ein grüner Vorgarten anstatt einem Steingarten sein. Oder wir begrünen Dächer von Bushaltestellen, wie von uns vorgeschlagen. Großartig ist, dass eine die Umsetzung tatsächlich beginnt. Die erste Haltestelle mit grünem Dach entsteht in Breitenbruch. Mindestens die Bienen werden es euch danken! 

Oder auch der Verzicht auf den Pappbecher in der Stadt für den Coffee-to-Go. Hier gibt es interessante Alternativen, die die Stadt gerade auf einen Antrag von uns hin prüft. Auch der Verzicht auf Einwegflaschen und die Nutzung von Mehrweg ist eine einfache, aber effektive Möglichkeit zur Vermeidung von Plastikmüll beizutragen. Diese und noch mehr Ideen und Anregungen haben wir in diesem Artikel zusammengetragen. 

… fängt vielleicht schon nächste Woche an

Eine erste Übung für den Weg zu einem nachhaltigeren Leben kann schon in der kommenden Woche losgehen. Dann startet am Montag, 08. Juni das diesjährige „Stadtradeln“. In den darauffolgenden 21 Tagen geht es darum, möglichst viele Kilometer mit dem Rad zurückzulegen – gerne auch als Alternative zum sonst doch vielleicht so gerne genutzten Auto. Meldet euch an, gründet mit Freunden/innen oder Kollegen/innen ein Team oder tretet einem bestehenden bei. Besiegt für 21 Tage euren inneren Schweinehund. Wer weiß, vielleicht ist es danach schon gar nicht mehr so schwer und macht sogar Spaß! Und das ist dann ein kleines Stück gelebte Nachhaltigkeit. Damit unser Arnsberg auch für unsere Kinder und Enkel immer noch ein guter Ort zum Leben ist!

Bildnachweis: © sarayut_sy / stock.adobe.com

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