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Schaffen wir die Verdoppelung der Photovoltaikanlagen?

Die SPD-Fraktion unterstützt die Verwaltung auf ihrem Weg die lokale Produktion von erneuerbaren Energien als zentralen Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung voranzutreiben. Dies wird bei größeren Neu- und Umbauten auch getan. Die Stadt sollte sich in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken aber auch konkrete Ziele zum Ausbau der Photovoltaik auf Dächern bestehender Gebäude in den kommenden Jahren setzen. Diese Pläne sollten einen konkreten Ausdruck im zu beschließenden Haushalt finden.

Die Stadt Arnsberg hat sich als global nachhaltige Kommune zur Nutzung und Erzeugung von klimafreundlicher Energie bekannt. Diese Zielsetzung findet sich in den strategischen Zielen im Entwurf der Haushaltssatzung wie auch in Haushaltsplan (DRs. 185/19 S4. Nr. 3.2 Spiegelstrich 3) wieder. Dort wird als Ziel formuliert, die „regionale Produktion von erneuerbaren Energien als zentralen Baustein für eine klimafreundliche Energieversorgung (zu) unterstützen.“

Verschiedene politische Parteien CDU/Grüne und auch die SPD haben mit Anträgen (z.B. zur Nutzung von Dächern städtischer Gebäude, zu Einführung einer Satzung für regenerative Energien, Solarpark oder zu einer Bürgersolargenossenschaft) deutlich gemacht, dass ihnen die Umsetzung der Absicht in die Praxis wichtig ist. Vom Rat beschlossen wurde unter anderem, dass bei neuen Gebäuden möglichst Photovoltaikanlagen installiert werden sollen. Neben der PV Anlagen auf Neubauten sollen auch bestehende Gebäude auf eine Eignung für entsprechende Anlagen überprüft werden. Die Stadtwerke haben unseres Wissens nach inzwischen städtische Dachfläche nach Eignung für Photovoltaik untersucht und klassifiziert.

Bei neu errichteten Kitas wurden in jüngster Zeit Photovoltaikanlagen installiert. Auch bei weiteren Neubauten wie etwa der Feuerwache oder dem Umbau des Rathauses wird selbstverständlich auf klimafreundliche Energieversorgung geachtet.

Wichtig ist aber auch der Ausbau der Photovoltaik auf Dächern bestehender Gebäude. Es ist gut, dass die Stadt Arnsberg im Haushalt 2020/21 konkret die Errichtung einer weiteren PV-Anlage auf der Turnhalle Schreppenberg eingeplant hat. Aus unserer Sicht macht es Sinn, wenn sich der gewollte Ausbau der Photovoltaik im Haushalt auch mit Blick auf die bestehenden Gebäude stärker widerspiegeln würde. Leider gibt es im Haushaltsplan dazu nicht einmal einen Planungstitel.

Wir schlagen daher vor, dass sich die Stadt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerke Ziele für den weiteren Ausbau setzt. Auf der Homepage der Stadtwerke werden fünf Gebäude der Stadtwerke und ein städtisches Gebäude (Sporthalle Laurentianum) mit Solaranlagen genannt. Ein Ziel könnte sein, diese Zahl mittelfristig durch Neuanlagen von Photovoltaikanlagen auf besonders geeigneten Dachflächen zu verdoppeln. So könnte z.B. aus dem unverschatteten Süddächern von Peter-Prinz Bildungszentrum, Johannesschule und Ost-West Dächern der Sauerschule mit dem Kindergarten ein smart-grid entstehen.

Solche Anlagen erhöhen im Übrigen standardmäßig den Blitzschutz der ausgerüsteten Gebäude mit etwa 100m Umgebung. Investitionen dieser Art würden sich nach 8-10 Jahren amortisieren, bei einer Laufzeit der Anlagen von derzeit im Vergleich absehbar 30 Jahren.

Auch bei Gebäuden, die sich für Dachanlagen nicht eignen, können sogenannte kleine 0,6KWp „Balkonkraftwerke“ dazu dienen, Solarstrom für den Eigenverbrauch produzieren und damit für die Senkung der Energiekosten sorgen. Die Anlagen sind für etwa 1000€ erhältlich und mit geringstem Aufwand an Hauswänden, Vordächern oder Balkonen zu montieren. Solche Anlagen erzeugen etwa für 100€ Strom im Jahr und rechnen sich in schon unter der Hälfte der Nutzungszeit.

Mit Blick auf die sich eintrübende Konjunktur sei auch darauf hingewiesen, dass die Installation von Anlagen, sofern sie nicht von Mitarbeitern der Stadtwerke ausgeführt werden, Arbeitsplätze in den einschlägigen Betrieben sichern. Bei den Investitionen in Photovoltaikanlagen ist auch zu berücksichtigen, dass die Einsparungen bei den Energiekosten höher seien dürften als der Aufwand für Zinsen und Tilgung.