Gisbert Pohl
Gisbert Pohl

(Ferien-)Freizeit unter Corona ist mehr als Freibad

Bestes Freibadwetter. Anders kann man kaum beschreiben wie sich mindestens die letzten Tage gegeben haben. Dazu noch lange Wochenenden. Also: Pack die Badehose ein und los geht’s. So wäre es, wenn 2020 ein normales Jahr wäre. Das ist es aber wie wir alle wissen leider nicht. Durch die Corona-Krise ist fast nichts, wie wir es gewohnt sind oder es uns wünschen. Für viele Familien ist jetzt schon klar, dass der gebuchte Sommerurlaub storniert ist oder wahrscheinlich abgesagt werden muss. 

Sommer ohne Urlaub? Ferien ohne Freizeit?

Aber wie beschäftigen sich nun die Kinder und Familien in diesem Sommer wenn man nun vielleicht ganz zu Hause bleiben muss? Schnell kommt man auf die „üblichen Verdächtigen“ wie Freizeitpark (geht unter Auflagen wieder) oder Freibad (dazu dieser Text). Will man die Kinder aber alleine losziehen lassen bleibt wohl nur das Freibad übrig. Seit die Auflagen für eine Freibadöffnung bekannt sind haben sich die Stadt und die für unsere Freibäder zuständigen Vereine Kneippverein (betreibt das Storchennest Arnsberg) und Förderverein Freibad Neheim (Bereitet den Betrieb vor und nach und pflegt die Anlage) intensiv abgestimmt und versucht eine Öffnung – zumindest in den Ferien – möglich zu machen. 

Storchennest Arnsberg

Freibäder bleiben zu – und trotzdem sind die Betreiber zufrieden. Wie das?

Das die Freibäder zu bleiben, ist auch zu großen Teilen auf die Anmerkungen und die Erfahrung der betreibenden und betreuenden Vereine zurückzuführen. Denn sie haben auch in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass sie wissen wie man die Bäder betreiben muss und auch was die Gäste von ihnen erwarten. Ich selbst war viele Jahre Vorsitzender des Fördervereins Freibad Neheim e.V.. Daher ist die Entscheidung für mich sehr gut nachvollziehbar. Denn unter anderem all dies ist bei den Auflagen in diesem Jahr zu beachten:

  • Überall 1,5 Meter Abstand – auch im Wasser
  • Keine Spielgeräte wie Wasserbälle etc. im Wasser
  • Nur 50 bis 100 Gäste am Tag
  • Keine Rutschen
  • Keine Sprungbretter
  • Kein Kinderbecken
  • Angabe der Kontaktdaten für jeden Gast

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man unter diesen Bedingungen von einem auch für Kinder attraktiven Freibadbetrieb sprechen kann.

Dennoch fordert die SBL Arnsberg die Stadt nun auf, die Freibäder zu öffnen. 

Freibad Neheim

Corona und Wahlkampf – passt das?

Ich habe absolutes Verständnis dafür, wenn die SBL als neue Gruppierung ihre Bekanntheit erhöhen möchte. Das auf diesem Wege zu tun halte ich allerdings für falsch. Die Beteiligten haben sich intensiv und umfassend Gedanken gemacht und auch unter Abwägung der Auswirkungen auf die Öffentlichkeit die Entscheidung getroffen, die Freibäder nicht zu öffnen. Das sollten wir respektieren. Die zum Teil online aufgekommene Diskussion ist ein normaler demokratischer Prozess. Und den Vorwurf eines leichten Populismus muss sich die SBL gefallen lassen, wenn sie mit einem Freibad-Angebot werben, dass für Kinder und Familien so gar nicht dem entspricht was sie davon gewohnt sind. Auch die Argumentation mit falschen Behauptungen hilft da nur bedingt – so gibt es in Arnsberg keine privatisierten Freibäder. Das Storchennest war schon immer privat und das Freibad Neheim ist im Eigentum der Stadt. 

Statt unrealistische Erwartungen zu wecken, indem auf einer nicht sinnvoll machbaren Öffnung der Freibäder besteht macht es viel mehr Sinn nach kreativen und machbaren Alternativen zu suchen. Denn die Freizeitgestaltung unserer Kinder ist vielfältiger als ein Freibadbesuch.

(Ferien-) Freizeit unter Corona – Die Kunst des Möglichen

Seit Mitte März hat sich ein großer Teil unseres Lebens komplett verändert. Und dennoch finden wir bei allen Einschränkungen immer wieder kreative Möglichkeiten damit klar zu kommen. Vor allem in den Ferien haben aber Familien mit Kindern unsere Unterstützung verdient. Die letzten Monate waren mit Homeschooling, oft verbunden mit Homeoffice der Eltern, eine besondere Herausforderung. Deshalb arbeitet die Stadt bereits seit Ende April an Alternativen. Ziel ist, mindestens die gleiche Anzahl an Ferienbetreuungsplätzen für Kinder wie in den Vorjahren anzubieten. Ich bin überzeugt, dass diese Angebote für viele Familien geeignet sind und auch eine willkommene Abwechslung für die Kinder bieten. Nach meinen Informationen wird die Stadt hierzu zeitnah Informationen veröffentlichen. Wir weisen gerne dann auch noch einmal darauf hin. 

Es gibt ebenfalls von anderen Trägern und Organisationen bereits Ideen für alternative Angebote zur Ferienbetreuung. Wir sollten alles tun, um diese bei der Umsetzung zu unterstützen. Das dazu auch Angebote für die Familien gehören, die auch finanziell besondere Herausforderungen zu bewältigen haben gehört ist für mich selbstverständlich und dafür setzen wir uns ein!

Pragmatische und an die Situation angepasste Ideen sind gefragt

Es geht dabei um unsere Kinder und ihre Eltern, nicht um die Parteien und ihren Wahlkampf. Lasst uns daher gemeinsam die unterstützen, die ihre ganze Energie dafür einsetzen, um vernünftige, pragmatische und realistisch durchführbare Ferienbetreuung für unsere Kinder auf die Beine zu stellen. Packen wir es an!

Bildnachweis: © Anna / stock.adobe.com

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